Städteinitiative Aarau

«Für eine zukunftsfähige Mobilität»​   


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Auch Ihre Stimme zählt! Die Sammlung hat am 1. September 2016 gestartet und ist erst mit 1400 Unterschriften komplett. 

 

Argumente


Das zunehmende Verkehrschaos belastet Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit. Energieeffiziente, emissionsarme und platzsparende Mobiliät soll deshalb stärker gefördert und als Ziel in der Gemeindeordnung verbindlich festgehalten werden.

 

Das bestehende Strassennetz in Aarau stösst an seine Grenzen. Stau ist an der Tagesordnung. Für weitere Ausbauten ist kaum Platz vorhanden, zudem würde eine Erweiterung der Kapazitäten zu noch mehr Verkehr im Stadtgebiet führen. Die Lärmbelastung und die Luftverschmutzung nehmen zu und der Energieverbrauch und CO2-Austoss bleiben trotz sparsameren Fahrzeugen hoch. Die Erreichbarkeit und die Aufenthaltsqualität im Stadtgebiet nehmen zusehends ab.

 

Ein grosser Teil der Autofahrten kann vermieden werden, wenn vermehrt Angebote in der Nähe genutzt, möglichst alle kurzen Wege zu Fuss oder mit dem Velo und die längeren Distanzen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Dann gibt es weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung und auch mehr Platz für diejenigen, die auf den Transport mit einem Motorfahrzeug angewiesen sind.

 

Zu Fuss gehen oder Velo fahren ist heute oft nicht attraktiv, manchmal sogar gefährlich und man leidet ebenfalls unter dem Stau. Der motorisierte Individualverkehr wurde in der Verkehrsplanung jahrzehntelang bevorzugt. Seit einigen Jahren bekennen sich Bund, Kanton und die Stadt Aarau zu einer siedlungsverträglichen Verkehrsentwicklung und zu einer Förderung des Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehrs. Bei der Umsetzung in konkreten Projekten spürt man davon in Aarau aber erst wenig.

Mit der Verankerung in der Gemeindeordnung von Aarau erhält der Stadtrat einen verbindlichen Auftrag zur Förderung einer zukunftsfähigen Mobilität und wird dabei auch in seiner Haltung gegenüber dem Kanton gestärkt.

 

Mit dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) hat die Stadt Aarau schon ein fortschrittliches Verkehrskonzept. Warum müssen die Vorgaben für eine zukunftsfähige Mobilität auch in der Gemeindeordnung verankert werden?
Dafür gibt es mehrere Gründe:

 

1. Die Initiative setzt einen zusätzlichen Schwerpunkt: die Aufenthaltsqualität.

Die Forderung nach einer hohen Aufenthaltsqualität auf dem gesamten Stadtgebiet – sowohl neben wie auch auf den Verkehrsanlagen – ist ein Ziel, welches in dieser Deutlichkeit weder im KGV noch in kantonalen Konzepten enthalten ist.

 

2. Die Initiative geht in einigen Punkten weiter als der KGV.

Der Fuss-, Velo- und öffentliche Verkehr soll nicht nur gefördert sondern bevorzugt werden. Deren Anteil am Gesamtverkehr soll unabhängig von der Entwicklung des Gesamtverkehrsvolumens steigen. Der motorisierte Individualverkehr kann und soll also abnehmen und nicht nur plafoniert werden. Bei Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur soll  gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im Strassenraum mit gestalterischen Massnahmen aufgewertet werden.

 

3. Die Verankerung in der Gemeindeordnung verpflichtet zu mehr Verbindlichkeit.

Die Ziele der Initiative sind nicht neu. Trotzdem werden Verkehrsinfrastruktur-Projekte in der Praxis heute häufig nicht entsprechend konsequent umgesetzt.

Eine Auswahl an aktuellen Beispielen veranschaulicht dies:

  • Der Rain wurde zwar zugunsten des Veloverkehrs verbreitert, aber nur für einen einseitigen Radstreifen. Die Velofahrenden stehen stadteinwärts weiterhin im Stau oder fahren auf dem Trottoir und gefährden dort zu Fuss Gehende.
     

  • Die Verbindung Tunnelweg-Kasinostrasse wurde mit der Umgestaltung der Bahnhofstrasse für Velos deutlich verschlechtert anstatt verbessert.
     

  • Im Projekt zur Umgestaltung der Bahnhofstrasse war geplant, die Kasinostrasse im Einmündungsbereich zu verbreitern. In der Umsetzung wurde darauf stillschweigend verzichtet. Velofahrende haben deshalb keinen Platz, um neben den stehenden Autos zu den für sie vorgesehenen Warteräumen zu fahren.
     

  • Mit der Neugestaltung und dem Bau des Bushofes wurde am Bahnhofplatz die Querung der Bahnhofstrasse für zu Fuss Gehende und die Zu- und Wegfahrt für Velos von und nach Norden verschlechtert anstatt verbessert.
     

  • Die Grünphasen für zu Fuss Gehende sind auch bei neuen Lichtsignal-Anlagen so kurz, dass ältere Menschen und kleine Kinder kaum rechtzeitig über die Strasse gelangen.
     

  • Die Anschlüsse zwischen Bahn und Bus sind spät abends und am Sonntag schlecht.
     

  • Am Bahnhof werden in Zukunft wegen des Neubaus des Bahnhofs Ost weniger Veloabstellplätze zur Verfügung stehen anstatt mehr.
     

  • Die Lindenhofbrücke ist gebaut, aber für die langfristige Anbindung durch das Torfeld Nord in Richtung Rohr gibt es noch keine Idee.
     

  • Die Hintere Bahnhofstrasse ist zu schmal geplant, um beidseitige Radstreifen zu ermöglichen.
     

  • An der Hinteren Bahnhofstrasse ist keine strassenbegleitende Baumreihe vorgesehen, obwohl eine solche möglich wäre, und dies die südliche Bahnhofseite deutlich aufwerten würde.
     

  • Bei der Neugestaltung der Laurenzenvorstadt wurde ebenfalls mit fadenscheinigen Argumenten auf Strassenbäume verzichtet.
     

  • Beim Projekt für den Neubau der Aarebrücke wird der nordseitige Fussgängerstreifen aufgehoben. Auf der Südseite wird die Chance verpasst, die Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr von der Stadtebene in den Aareraum zu verbessern.
     

  • Die Luftqualität wird zwar periodisch an bestimmten Stellen gemessen, aber obwohl die Grenzwerte regelmässig überschritten sind, werden keine Massnahmen getroffen.
     

  • etc.

 

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